Wertschöpfung zwischen Natur und Architektur
ZHAW Studio Urban Project | FS26
Im Frühlingssemester 2026 setzte sich das Masterstudio des Institut Urban Landscape am Departement Architektur, Gestaltung und Bauingenieurwesen der ZHAW mit dem Thema Materialien Holz und Stein auseinander. Sie ging der Frage nach, was eine maximale Nutzung dieser Baustoffe für die urbane Landschaft der Schweiz bedeuten würde. Dazu wurden zwei Fallbeispiele von Schweizer Holz- und Steinunternehmern untersucht, die aktiv zur regionalen Materialwertschöpfung und zur Entwicklung regenerativer Baukulturen beitragen. Die Semesterarbeit basierte auf einem Bottom-up-Ansatz, der Materialflüsse, die Verarbeitung sowie die Zusammenarbeit auf ökonomischer, ökologischer und soziokultureller Ebene untersuchte und in räumliche und architektonische Strategien überführte.
Der Prozess begann am Ursprung der Wertschöpfungsketten in Savognin: mit dem Förster im Wald, mit dem Säger im Sägewerk, mit dem Holzbauer in der Werkstatt und mit den Zimmerleuten auf der Baustelle. In Vals standen der Steinbruch mit dem Sprengmeister, die Werkstatt mit dem Steinmetz sowie die Baustelle mit dem Maurer im Fokus. Auf diese Weise entstand ein umfassendes Verständnis lokaler Materialien und Handwerkstraditionen, der Landschaft als Lebensraum, der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie der sozialen Beziehungen, die durch dieses vielseitige Zusammenspiel gestärkt wurden.
Die Holz- und Steinindustrien nutzten lokale Ressourcen und tragen gleichzeitig zur Erhaltung und Förderung der regionalen Identität bei. Als wirtschaftliche Akteure, die direkt mit der Landschaft und ihren Ressourcen arbeiten, sind beide Industrien zugleich Gestalterinnen und Bewahrerinnen regionaler Identität. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Prozesse massstabsübergreifend, generationenübergreifend und themenübergreifend stattfainden und dadurch zur Resilienz einer Region beitrugen.
In Zusammenarbeit mit den beteiligten Unternehmen und Vertreterinnen des Kantons wurde untersucht, an welchen Orten, in welchen Massstäben und mit welchen Mitteln die jeweiligen Wertschöpfungsketten künftig gestärkt werden könnten. Der Fokus lag dabei auf zwei Massstabsebenen: einerseits auf der räumlich-regionalen Ebene, welche die Rahmenbedingungen für den Zugang, den Abbau und die Verarbeitung der natürlichen Ressourcen verbesserte, und andererseits auf der materiellen, konstruktiven Ebene, auf der aus Restmaterialien neue hochwertige hybride Bauteile – und damit neue Bautypologien – entwickelt wurden.
Departement
ZHAW – Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Architektur, Gestaltung und Bauingenieurwesen
Semester
Frühling 2026
Dozierende
Thomas Hildebrand, Mirjam NiemeyerProjektpartner
Pia und Pius Truffer | Truffer AG, Vals
Enrico Uffer | UFFER Holzbau AG, Savognin